Einige Biografien von Exilübersetzern und -übersetzerinnen haben bereits im Germersheimer Übersetzerlexikon (http://uelex.de) einen Platz gefunden:

Ewald Osers, porträtiert von Andreas F. Kelletat, wurde für seine Übersetzungen vielfach ausgezeichnet. Seine übersetzerische Tätigkeit spannt sich über sechs Jahrzehnte. Als 1939 die deutschen Truppen in Prag einmarschierten, wurde Ewald Osers Studienaufenthalt in London zum Exilaufenthalt.

Erich Arendt ist vor allem für seine deutschen Übersetzungen spanischer Lyrik bekannt. Er verbrachte ab 1941 mit seiner Frau fast ein Jahrzehnt im kolumbianischen Exil. Den ÜLex-Eintrag hat Marcel  Vejmelka verfasst.

Stefan I. Klein war ein sehr produktiver Übersetzer, genauso wie seine Frau Hermynia zur Mühlen. Beide konnten nach ihrer Flucht kaum mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Porträtiert hat ihn Christine Schlosser.

Margarete Steffin war vor allem in der Zeit des Exils translatorisch tätig. Die Zwischenstationen ihrer Flucht sind in Paris, Dänemark, wo sie von 1933 bis 1939 lebte, Schweden und Finnland zu verorten. Sie verstarb 1941 mit nur dreiundreißig Jahren in Moskau und erreichte das Reiseziel USA nicht mehr. Den Eintrag im ÜLex hat Anna-Maria  Reinert verfasst.

 

Weitere UELex-Einträge zu Übersetzern und Übersetzerinnen im Exil:

Cornelius Bischoff flüchtete mit elf Jahren zusammen mit seiner Familie in die Türkei, porträtiert von Sabine Baumann, Redakteurin der VdÜ-Verbandszeitschrift ÜBERSETZEN)

Bertold Brecht übersetzte vor allem im Exil.

Carl Brinitzer arbeitete und übersetzte in London für den BBC.

Horst Engert lebte in Litauen und wurde nach 1941 von den Nationalsozialisten verfolgt, weil er mit einer Jüdin verheiratet war.

Curt Sigmar Gutkind flüchtete nach Großbritannien.

Marie Holzman war eine junge Übersetzerin, die 1941 von den Nazis in Kaunas ermordet wurde.

Mascha Kaléko übersetzte aus dem Hebräischen und Jiddischen.  

Selma Merbaum hinterließ Nachdichtungen aus dem Jiddischen, Französischen und Rumänischen.

Adolf Molnar kam als österreichischer Kommunist 1939 ins finnische Exil, wo er als Schriftsteller und Übersetzer seinen Lebensunterhalt verdiente.

Nelly Sachs begann im schwedischen Exil zu übersetzen und wurde für ihre übersetzerische Tätigkeit hoch geschätzt.

Rudolf/Rodolfo Selke war vor dem Exil, während des Exils und nach der Remigration als Übersetzer tätig.

Ernst Eduard Stein war gebürtiger Wiener und emigrierte nach London, wo er für den BBC übersetzte und unter Pseudonym auch Übersetzungen von Monografien veröffentlichte.

Helmut von den Steinen emigrierte nach Griechenland.

Karl Wolfskehl verbrachte seine letzten Lebensjahre im Exil in Neuseeland.